Na? Verdrehst schon die Augen weil schon wieder jemand über das Leica Summicron schreibt? Keine Sorge, um das geht es heute nicht, sondern um meinen ganz persönlichen „King of Bokeh“ – die Linse, die am längsten in meinem Koffer lebt und nicht annähernd die Liebe und Anerkennung bekommen hat, die ihr gebührt. Doch erst einmal eins nach dem anderen.
Ästhetik und Geschmack ist etwas ziemlich persönliches und wir Fotografierende müssen zugeben, dass wir viele Kleinigkeiten in einem Foto entdecken, die sonst keine Sau sieht. Wenn du es geschafft hast, ein entsprechendes Motiv richtig einzufangen und die Bildwirkung passt, wirst du dir in den seltensten Fällen den Kopf zerbrechen, ob du das doch lieber mit einem anderem Objektiv oder Body hättest einfangen können.
Und doch gibt es da diesen kleinen Perfektionisten in unserem Kopf. So ein kleiner mieser Drecksack, der nur darauf wartet, im richtigen Moment richtig für Unsicherheit, Verwirrung und Chaos zu sorgen. Ein kleiner Hurensohn, den keiner leiden kann. Dieser kleine Teufel sorgt dafür, dass man nie zufrieden sein kann mit dem was man hat und immer weiter schaut, Geld aus dem Fenster wirft, ausprobiert und vor lauter Gedanken und Testerei vergisst, um was es eigentlich geht: Um Fotografie und Kunst.

